Autorin Nadine Stenglein
Autorin Nadine Stenglein

 

 

 

Inhalt zu meiner Crime Romance:

Außer ihrer besten Freundin weiß niemand, dass die 28jährige Kathleen Forster die berühmte Thrillerautorin Kate Simon ist. In ihrem Haus in Neponsit, New York, hat sie ein Zimmer an Paul untervermietet. Der junge Mann hat sich angeblich soeben von seiner Frau getrennt und benötigt nur vorübergehend eine Bleibe. Er sieht blendend aus und ist sehr charmant. Kathleen fühlt sich sofort stark zu ihm hingezogen. Doch dann entdeckt sie mehr und mehr Hinweise darauf, dass es sich bei Paul um den gesuchten Mörder Jack Hope handeln könnte. Trotz der Schmetterlinge im Bauch beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln - die Schlagzeile "Thrillerautorin überführt echten Mörder" vor Augen. Doch wie heißt es so schön? Wer sich in Gefahr begibt ...

 

Als eBook, Taschenbuch und Hörbuch bei amazon usw.

 

Trailer: https://youtu.be/gLwriEZ0pGA

 

Link zur Text- und Hörprobe

 

http://www.meinkopfkino.de/index.php/geschichten/223-zu-wahr-um-schoen-zu-sein.html

Inhalt: Vampire Romance

Eine verbotene Liebe durch die Jahrhunderte.

Seit Jahrtausenden sind Seelenwächter auf der Jagd nach Wiedergängern, die das Seelenwachstum der Menschen stören und Seelen stehlen, um sie in ihresgleichen zu verwandeln und damit zu verdammen. Die junge Faye hat häufig beunruhigende Träume, in denen stets derselbe junge Mann vorkommt. Sie lässt sich in Hypnose versetzen, um mehr über den Unbekannten herauszufinden. Faye ahnt nicht, was sie damit in Gang setzt - denn der Mann ihrer Träume existiert tatsächlich, und die Liebe zu ihm begleitet Fayes Seele bereits durch die Jahrhunderte. Doch er ist nicht wie sie, sondern ein unsterblicher Vampir. Der für Fayes Schutz zuständige Seelenwächter setzt alles daran, diese Liebe zu zerstören, denn eine Verbindung zwischen Mensch und Vampir ist tabu. Doch Faye bricht die Regeln und nimmt den Kampf um ihre Seele auf.

 

Bestelllink Fabylon: http://www.fabylon.de/produkt/stenglein-nadine-rubinmond/

 

Leseprobe:

 

Aurelio

 

Silbern spiegelte sich der Vollmond auf der glatten Wasseroberfläche des Sees, in dessen Nähe wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten. Ich ließ meine Blicke durch die grüne Landschaft schweifen. Es war schön und dennoch merkwürdig zugleich, denn je genauer ich sie mir betrachtete, desto bekannter kam sie mir vor. Ein Gefühl von wohliger Wärme durchschlich mich – ich wollte mehr davon und genoss daher jede Sekunde. Es war mir, als wäre ich schon einmal hier gewesen. Ich durchforstete meine Erinnerungen und nach einer Weile wurde ich tatsächlich fündig. Diese war allerdings aus einem Traum geboren und nicht wirklich. Ein Traum, in dem auch er wieder aufgetaucht war. Er, in den ich mich verliebt hatte, den es aber in Wirklichkeit nicht gab und der auch in all den Träumen, in denen ich ihm begegnete, kein gewöhnlicher junger Mann war. Nur, was genau er war, hatte ich irgendwie vergessen. Aber ich kannte seinen Namen – James. Ich sah sein hellhäutiges Gesicht mit den weichen, makellosen Zügen. Die vollen, blassroten Lippen. Und diese markanten Augen, in denen ein tiefblaues Meer wogte, in welches ich jedes Mal eintauchte. Wie ich es doch liebte, mit den Fingern in seinem kurzen schwarzen Haar zu wühlen; und die Art wie er sprach – seine Stimme klang sanft und elegant. Jedes Mal wenn wir uns küssten, musste ich mich auf die Zehenspitzen stellen, so groß war er. Ich presste eine Hand auf meine Brust und fühlte den schnellen Schlag meines Herzens. Aus den Tiefen meines Inneren kroch Sehnsucht empor, die ich mit nichts stillen konnte und die über mich schwappte wie stürmische Meereswogen, in denen ich zu ertrinken drohte. James war mit keinem Jungen, dem ich bisher begegnet war, vergleichbar. Nach jedem Traum war alles, was mir von ihm blieb, dieses Gefühl der Sehnsucht. Vermischt mit der Hoffnung, ihn bald wiederzusehen, sobald ich die Augen schloss. Ich seufzte. Unsere letzte Begegnung war schon über ein halbes Jahr her. »James«, flüsterte ich, als würde er sogleich lebendig aus dem Wasser tauchen, was natürlich Unsinn war. Kurz darauf berührte jemand meine Schulter. Ich schrie auf, fuhr herum und blickte in ein grinsendes, mit Sommersprossen übersätes Jungengesicht. »John – bist du irre?«, stieß ich aus. »Erwischt!«, antwortete er und rannte lachend zu den anderen zurück, die gerade dabei waren, einige Fackeln auf dem Zeltplatz zu entzünden. John ging in unsere Klasse und würde sich wohl nie ändern. Er war und blieb ein Kindskopf. Ich wollte noch eine Weile meinen Gedanken nachhängen und lief am Waldrand entlang. Dank Dana, meiner besten Freundin, war ich hier mitten in diesem schönen Niemandsland gelandet. Letztendlich hatte sie mich überreden können, mit ihr und einigen anderen aus unserer Schule ins Sommercamp zu gehen, um etwas Abstand von zu Hause zu bekommen. Ich lauschte dem monotonen Zirpen der Grillen in den umliegenden Wiesen und atmete die langsam kühler werdende Luft tief in meine Lungen, während ich den Lichtkegel meiner Taschenlampe in den nahe gelegenen Wald eintauchen ließ. Unaufhaltsam und schnell brach die Dämmerung herein. Fledermäuse überflogen den See und zirpten dabei so laut, dass es mir beinahe in den Ohren schmerzte. Aus dem Wald schwebte mir ein Geruch nach Moos und Tannennadeln entgegen. Unter meinen Schuhen knackten Äste und aus einem Gebüsch drang der Flügelschlag eines Vogels. Meine Gedanken liefen Gefahr, wieder zu James zu wandern und erneut diese irreale Sehnsucht hochzuspülen, da streifte der Kegel meiner Taschenlampe eine dunkle Gestalt, die zwischen zwei Laubbäumen stand. Augenblicklich hielt ich inne. Mein Herz machte einen Satz und die Gedanken flogen durcheinander. Langsam und mit zittriger Hand ließ ich den Lichtkegel zurückschweifen. Da war die Gestalt wieder, ich hatte es mir nicht eingebildet. Schweiß trat aus all meinen Poren. Hitze- und Kältewellen überflossen abwechselnd meinen Körper. Ich war nicht einmal imstande zu schreien, geschweige denn, einen Atemzug zu machen. Nur wenige Schritte trennten mich von der Gestalt, die ihrer Silhouette nach männlich und in etwa so groß wie ich war. Ich musste schlucken und trat leise einen Schritt zurück. Dabei ließ ich das Ding nicht aus den Augen. War es nun gut oder schlecht, dass es sich immer noch nicht rührte? Wahrscheinlich würde es gleich auf mich zuspringen und mich packen. Schwindel überkam mich. Die anderen aus meiner Gruppe waren nicht weit weg, ich hörte ihre Stimmen, ihr Lachen und das Prasseln des Lagerfeuers. Verdammt, reiß dich zusammen und lauf einfach!, rief ich mir innerlich zu, wirbelte herum und rannte los. Hinter einem Haselnussstrauch tauchte plötzlich Dana auf und steuerte direkt auf mich zu. »Du musst mir helfen!«, schrie sie. Taylor, ein Junge aus unserer Parallelklasse, war ihr dicht auf den Fersen und zog sie zu sich. Ich fuchtelte wie eine Irre mit den Armen und zeigte schließlich hinter mich. »Im Wald, da ...«, brachte ich heraus, wurde aber von Dana unterbrochen.
»Der Typ ist nicht ganz dicht. Halt ihn mir vom Leib, Faye!«, schrie sie, lachte aber gleichzeitig. »Das gefällt dir doch, gib's zu!«, entgegnete Taylor und lachte ebenfalls. Dana konnte sich seiner Umklammerung schließlich entreißen und rannte mir in die Arme. Ich stieß sie von mir und leuchtete mit zittrigen Händen wieder in den Wald. Erstaunt stellte ich fest, dass die Gestalt noch immer an Ort und Stelle stand – reglos, still. Meine Stimme kehrte wieder und ich rief: »Da ist jemand!« Dana und Taylor hielten augenblicklich inne. »Wo?«, fragte Taylor, nahm mir die Taschenlampe ab und trat vor uns. »Bestimmt nur ein Schatten. Ich meine ...«, flüsterte Dana, woraufhin Taylor mit einer Hand abwinkte und ihr damit andeutete, den Mund zu halten, was sie seltsamerweise sofort tat. »Psssst. Faye hat recht«, murmelte er. Danas Augen weiteten sich. Gleichzeitig versteckten wir uns hinter Taylors durchtrainiertem Rücken und warfen einen Blick über seine Schultern. Einer Statue gleich, verweilte die Gestalt weiter an ihrem Platz, und es kam mir beinahe so vor, als würde sie sich lustig über uns machen und insgeheim einen Plan aushecken, wie sie uns alle drei am besten gleichzeitig einfangen könnte. »He! Wer bist du, was willst du?«, fragte Taylor und marschierte heldenhaft los. »Nicht!«, rief ich. Dana versuchte, ihn zurückzuhalten, doch Taylor war schneller. Ich ergriff sie am rechten Oberarm und zog sie zurück. »Komm, wir holen die anderen«, stammelte ich und machte kehrt. Dana folgte mir sofort. Nach einigen Schritten verfingen sich meine Füße in herumliegendem Geäst, sodass ich den Halt verlor und zu Boden knallte. Gleich darauf spürte ich, wie jemand auf mich fiel. Es war Dana. »Au! Verdammt«, keuchte ich. »Sorry«, nuschelte Dana. Meine Finger bohrten sich in die kühle Erde. Hinter uns hörten wir einen hellen, durchdringenden Aufschrei – es war Taylor. Meine Schläfen begannen zu pochen, und das Blut schien in Lichtgeschwindigkeit durch meine Adern zu fließen, sodass es sich anfühlte, als wären dort unzählige Ameisen unterwegs. »Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott«, murmelte ich und versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Meine Stimme klang wie ein Wispern. Dana war schneller und zog mich hoch. »Taylor? Taylor!«, schrie sie. Aus dem Wald drang ein Rascheln und wenig später ein seltsames Schlürfen und Keuchen, dann war es still...

 

Weiter Ausschnitt (später): Relaxen, Faye, chillen und relaxen, wiederholte ich für mich. Als ich gerade beschloss, zu den anderen zu gehen, tauchte im Schatten einer nahe gelegenen Lichtung eine männliche Silhouette auf. Was sollte denn das nun schon wieder? Hatten die Jungs nichts Besseres zu tun? Ich stöhnte auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Wenigstens war er dieses Mal lebendig. Mit langsamen Schritten kam er auf mich zu. Genervt tippte ich mit einer Fußspitze auf den Boden. Gleich einem Scheinwerfer tauchte der Mondschein die Gestalt in sanftes Licht. Von der Statur her war er sportlich und mindestens einen Kopf größer als ich. Ich hielt inne und zog die Brauen zusammen. Moment mal … kein Junge aus unserem Camp war so groß. Mein Herz begann heftig gegen die Rippen zu pochen. Der gehörte nicht zur Gruppe des Sommercamps. Die Aura, die ihn umgab, schien Eiskristalle in mein aufwallendes Blut zu streuen und es gefrieren zu lassen. Ich wollte schreien, doch kein Ton entwich meiner Kehle und meine Füße waren wie angewurzelt. Dann schoss mir ein neuer Gedanke durch den Kopf, der mein Gehirn völlig vernebelte. Nein, das konnte nicht er sein. Oder? Ich träumte doch nicht?Stillschweigend blieb er vor mir stehen. Weiterhin unfähig mich zu rühren, musterte ich ihn. Hatte ich für einen Moment wirklich geglaubt, der junge Mann aus meinem Traum wäre gerade zum Leben erwacht? Definitiv hatte dieser hier jedoch keinerlei Ähnlichkeit mit James, außer von der Größe her. »Hallo«, murmelte der Fremde und lächelte leicht. Seine dunklen großen Augen funkelten. Er streckte mir seine Hand entgegen. Erschrocken wich ich zurück.

 

Das Raunen des Meeres: Romantisch, fantastisch und spannungsgeladen!

Inhalt: Fantasy mit neuen Meereswesen

Vor Jahren verschwand das Flugzeug, in dem Emmas Eltern saßen, spurlos über dem Meer. Eine Weile später wiederholt sich ein solches Ereignis. Emma wohnt seit dem Verlust ihrer Eltern bei ihrer Tante Mathilda auf Sylt und erhält plötzlich SMS-Nachrichten von einem gewissen Jamie, der behauptet Passagier der letzten Unglücksmaschine gewesen zu sein. Als sie Jamie später auf einer geheimnisvollen Insel trifft, die wie aus dem Nichts mitten im Meer auftaucht, erfährt sie, dass in den Tiefen des Meeres Gefahren lauern, die nicht nur ihr zum Verhängnis werden sollen. Zudem hat es sich der junge Evenfall, ein Meereswesen, in den Kopf gesetzt, Emma um jeden Preis zu seiner Gefährtin zu machen...

Auroa Sea könnte auch gefallen, wem die Bücher von Rachel Vincent, Patricia Schröder und Anna Banks gefallen.
 

  • Taschenbuch
  • Verlag: Feelings (18. November 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426215195
  • ISBN-13: 978-3426215197

 

LESEVIDEOS:

https://youtu.be/QDSDC5c0eYA und https://youtu.be/IIghWUXC33o

 

Trailer zum Buch mit AEVERIUM: https://youtu.be/QcsAtjk3KpQ

 

Leseprobe 1. Kapitel

 

SPURLOS


Mit einem Wort: Hör nie auf mit diesen drei Dingen: Glaube, Hoffnung und Liebe. Und wisse, dass das Größte dieser drei Dinge immer die Liebe sein wird. – Apostel Paulus – 


Seit das Flugzeug meiner Eltern vor ein paar Jahren über dem Atlantik auf mysteriöse Weise verschwunden war, hegte ich ein gewisses Unbehagen dem Meer gegenüber. Nun ließ ich zum ersten Mal seit langer Zeit seine Wellen so nahe an mich herankommen, dass die auslaufende Gischt meine Füße überspülte. Ein Frösteln überlief meinen Körper und schien ihn mit Eiskristallen zu übersäen. Nichts hatte sich geändert. Im Grunde wusste ich, dass ich dem Meer keine Schuld geben konnte, dennoch hasste ich es für sein Schweigen, für seine Unergründlichkeit und seine Weite, die ich früher geliebt hatte. Ich war mir sicher, dass Mom und Dad zusammen mit den anderen Passagieren zu Gefangenen der Tiefen des Meeres geworden waren. Schon oft hatte ich davon geträumt. Nachtfantasien, in denen ich ihre aufgerissenen Münder sah, aus denen anstatt verzweifelter Schreie Wasserblasen stiegen, die mit mir zurück zur Oberfläche trieben. Jedes Mal versuchte ich bei Mom und Dad zu bleiben, nach ihnen zu greifen, sie mit mir zu nehmen, doch ich schaffte es nie. Der Meeresboden, in dem das Flugzeug feststeckte, hielt sie fest. Durch unsichtbare Seile waren sie mit ihm verbunden. Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke bis zum Kinn und blickte über das Meer hinweg in das Abendrot, das sich über dem Sylter Wattenmeer ausdehnte.
Als Kind war ich hier oft mit meinen Eltern zusammen zu Besuch bei meiner Tante Mathilda gewesen, bei der ich nun bereits seit fünf Jahren wohnte. Sie war die einzige Verwandte, die ich noch hatte, und ich war ihr mehr als dankbar, dass sie mich damals nicht in ein Heim gesteckt hat, als meine Eltern verschwanden. Da war ich gerade vierzehn geworden. Ich biss mir auf die Zunge, um die Tränen zu unterdrücken. Heute wäre Moms Geburtstag, den wir mit Sicherheit groß gefeiert hätten. Es war ein runder, ihr vierzigster. Ich warf eine Kusshand Richtung Himmel, da hörte ich die Stimme meiner Tante hinter mir. »Der Sand ist doch viel zu kalt, Emma!« Sie hatte recht, also schlüpfte ich in meine weißen Turnschuhe, ging ein paar Schritte zurück und drehte mich zu ihr um. Sie stand, bepackt mit einem Korb voller Wäsche, auf der Holzveranda ihres kleinen, blau gestrichenen Hauses mit den weißen Fensterläden. Für ein paar Sekunden hielt sie inne und blickte nachdenklich in meine Richtung. Der Wind wirbelte ihre kurzen blonden Locken durcheinander und umtanzte ihren zierlichen Körper. Mein Herz schlug schneller. Von Weitem sah sie aus wie meine Mutter, die beiden hätten Zwillinge sein können. Ich liebte sie von ganzem Herzen. Sie war eine sanftmütige Person. Auch das hatte sie mit Mom gemein, wenngleich sie nach außen hin manchmal ein bisschen schroffer wirkte. »Alles okay?«, rief sie schließlich. Ich nickte, setzte ein Lächeln auf und winkte ihr, damit sie sich keine Sorgen machte. »Ich helfe dir dann mit der Wäsche«, entgegnete ich und merkte, wie meine Stimme am Ende leicht kippte. »Ist nicht viel. Das schaffe ich schon. Geh du lieber mal wieder nach Tinnum zu deinen Freunden. Würde dir guttun. Mel hat vorhin angerufen, sie vermisst dich schon«, gab sie zurück und verschwand dann nach drinnen. Der Gedanke, mal wieder mit meiner Freundin zu quatschen, war nicht schlecht, doch heute blieb ich lieber allein und schickte den Wellen noch einen Geburtstagsgruß für Mom hinterher, den sie vielleicht sogar zu ihr tragen würden. Danach lauschte ich dem Tosen der See, während der Wind noch einen Tick kühler wurde und über mein langes schwarzes Haar strich, als wolle er mich aufheitern. Mein Blick verlor sich in den wogenden Wellen, und plötzlich glaubte ich, es wieder zu hören. Diesen melancholischen und zugleich wunderschönen Gesang, der von der Gischt zu mir getragen wurde. Ich atmete so leise wie nur möglich, aus Angst, ihn wieder zu vertreiben, und hielt ganz still. Dieses Mal war er intensiver als sonst, und mir war, als wolle er mich anlocken. Ich war mir sicher, sicherer denn je, dass dieser Gesang real war. Ich hatte mir das nicht eingebildet. Nie. Schnell machte ich kehrt und rannte auf das Haus zu. »Tante Tilli?« Ich eilte durchs Haus, in dem mir jeder Winkel der liebevoll im Landhausstil eingerichteten Räume vertraut war. Schließlich fand ich Tante Tilli, wie ihre Freunde und ich sie gerne nannten, in ihrem Bügelzimmer zwischen roséfarbenen Bettlaken. Sie blies sich eine ihrer Locken aus der Stirn und hob den Blick. In ihren wasserblauen Augen lag ein besorgter Ausdruck. »Ist was passiert? Du bist ja ganz bleich.« Ich ergriff ihre Hände. »Der Gesang. Er ist wieder da. Komm schnell!«
»Und ich dachte schon sonst was.« Tante Mathilda stellte das Bügeleisen ab und folgte mir mit einem Seufzen. »Er ist lauter als sonst. Dieses Mal wirst du es auch hören, bestimmt. Ich bilde es mir nicht ein.« Zurück am Strand hielt ich gespannt die Luft an, während wir zusammen lauschten. Tatsächlich ließ der mystische Gesang nicht lange auf sich warten. Nirgends zuvor hatte ich derart klare, helle und gleichzeitig traurigere Stimmen gehört. Gespannt beobachtete ich meine Tante. Ihre Mimik wirkte angestrengt. Dann schüttelte sie den Kopf und lockerte sich. »Tut mir leid, Emma. Ich höre nichts außer dem gewohnten Rauschen des Meeres.« Das konnte sie doch unmöglich überhören. Enttäuscht starrte ich sie an, aber ihr Blick war eindeutig. Sie vernahm nicht einen Ton. »Das Meer hat dieses Lied, das du zu hören glaubst, wohl allein für dich geschrieben, Emma. Aber manchmal spielen uns auch die Sinne einen Streich.« »Ich bilde es mir nicht ein!«, flüsterte ich, während meine Tante mir sanft über den Rücken strich. »Wir sollten Doktor Morton anrufen. Ich meine, vielleicht sind auch die Tabletten dran schuld. Er hat ja gesagt, dass sie leichte Wahnvorstellungen hervorrufen können.« Ich schüttelte den Kopf und ließ ein wenig Sand durch meine Finger rieseln. »Ehrlich gesagt hab ich noch keine einzige von diesen komischen Pillen geschluckt. Ich brauche sie nicht. Sie können mir Mom und Dad auch nicht wiederbringen.« Tante Mathilda schluckte. »Aber sie können dir ein wenig innere Ruhe verschaffen.« Daran glaubte ich nicht. Minutenlang lag Stille zwischen uns, und allmählich verebbte der Gesang. »Sie haben aufgehört zu singen«, sagte ich.
 
Tante Mathilda presste kurz die Lippen aufeinander. »Ich glaube dir ja, dass du sie wirklich hörst. Ich weiß nur nicht, was ich dazu sagen soll. Ich halte dich nicht für verrückt oder dergleichen. Aber es macht mir Sorgen.« Mein Blick schweifte erneut aufs Meer hinaus. »Das will ich nicht, Tante Tilli.« Sie legte einen Arm um mich und drückte mich an sich. »Ich wünschte, ich könnte sie dir zurückbringen. Ich vermisse sie auch, sehr sogar.« Ich atmete tief durch. »Es ist diese Ungewissheit, die so schlimm ist.« Es tat immer noch so weh, als wäre das Flugzeug meiner Eltern erst gestern über dem Meer verschwunden. Bis heute waren alle Suchaktionen im Sand verlaufen. Keine Spur. Nichts. Ich schmiegte mich an Tante Tilli, die die gleiche Wärme ausstrahlte, wie meine Mutter es immer getan hatte. Das machte es etwas leichter für mich. Der größte Unterschied zwischen den beiden war der Kleidungsstil. Während Mom schicke Kleidung und dezentes Make-up liebte, bevorzugte Tante Mathilda Jeans, Turnschuhe und weite Pullover – ungeschminkt. Wenn ich genau überlegte, gab es da noch einen. Mom war eine treue Seele, die meinen Vater wohl auch nicht einmal in Gedanken gegen einen anderen ausgetauscht hätte. Tante Mathilda hingegen liebte die Freiheit. Nie im Traum wäre ihr in den Sinn gekommen, sich fest an einen Mann zu binden. Was mich angeht – ich war meinem Traumprinzen noch nicht begegnet, und ehrlich gesagt interessierten Jungs mich auch nicht so brennend, was vielleicht auch daran lag, dass ich bisher nur Kumpeltypen oder Machos über den Weg gelaufen war. Zurzeit konzentrierte ich mich lieber auf meine Ausbildung zur Floristin, was mir viel Spaß machte. Schließlich trat ich damit in Moms
Fußstapfen. Sicher würde ihr das gefallen. Sie hatte einen kleinen Laden besessen, während mein Vater gerne Urlaub im Reich der Fantasie gemacht hatte. Meine Mutter und er hatten sich bei einer seiner Lesungen kennengelernt. Er war ein Buchautor, der ursprünglich aus England kam. Seine Geschichten steckten voller mystischer Geheimnisse, die mich und viele andere begeisterten. Er hätte wohl nie gedacht, dass er selbst einmal Teil einer mysteriösen Geschichte wie der von dem Verschwinden des Flugzeugs werden würde. Ich vermisste ihn schrecklich. »Na, alles klar bei euch?«, rief jemand in unmittelbarer Nähe, dessen Stimme mir gut bekannt war. Sie gehörte dem alten, grauäugigen Seebären Georg, einem Fischer aus dem Ort. Tante Mathilda errötete leicht und straffte die Schultern. Georg war einer ihrer Verehrer, den sie schon seit einigen Jahren zappeln ließ. Er kam, wie ich fand, genau zur richtigen Zeit. Sein Besuch holte uns aus unserem Gedankenloch. »Wir waren vorhin draußen. Hab frische Krabben dabei.« Tante Mathilda hängte sich bei mir ein. »Kommst du mit rein? Ich mach uns meinen Schokoladentee. Der ist gut für die Seele.« »Ich glaube, das ist Georg auch«, flüsterte ich und zwinkerte ihr zu. Mathilda tat so, als hätte sie es nicht gehört. Georg setzte den Sack, den er über dem Rücken trug, ab und streckte seinen muskulösen Körper, der Tante Mathildas um mindestens zwei Köpfe überragte. »Alter Angeber.« Tante Mathilda lachte. »Geh schon vor. Ich komm gleich nach«, sagte ich. Meine Tante hauchte mir einen Kuss auf die Stirn und ging zu Georg hinüber. Bevor ich ihnen folgte, schickte ich noch zwei Fragen aufs Meer hinaus: »Wo sind sie? Ist der Gesang etwa ein Zeichen? Wenn ja, dann brauche ich mehr davon.« Ich klammerte mich an viele Kleinigkeiten, egal, wie dünn die Seile, an denen sie hingen, auch waren. Die Hoffnung war pure Überlebensstrategie. 
Georg und Tante Mathilda saßen bereits an dem viereckigen Holztisch in der Küche bei Tee und Gebäck. Kaum hatte ich mich auf meinem Platz niedergelassen, schob mir Tante Mathilda eine Tasse mit heißem Tee zu, der nach Weihnachten roch – Zimt, Nelken, Schokolade. Am Ende des Sommers einen Weihnachtstee zu trinken war zwar unpassend, konnte jedoch, wie ich nach ein paar Schlucken feststellte, wahre Wunder bewirken. Ich fühlte mich wie in eine Decke gehüllt und liebkost. »Du solltest auch was essen, Schatz. Du wirst ja immer dünner.« »Das täuscht«, erwiderte ich schnell, was Tilli kurz aufseufzen ließ. »Dein Tee ist wirklich der beste der Insel, Tilli«, schwärmte Georg und schnäuzte sich in ein grünes Stofftaschentuch. »Na, übertreib mal nicht«, winkte Tante Mathilda ab, doch Georg hörte nicht auf, sie mit Komplimenten zu überschütten, die ihre Wangen noch mehr erhitzten. Sie stand auf und ging auf die Veranda hinaus. Angeblich, um dort nach ihren neuen Teepflanzen zu schauen, ich glaube aber eher aus Verlegenheit. »Ihren Lungenwurztee meinst du damit aber nicht, oder?«, fragte ich, woraufhin er mir zuzwinkerte. »Du bringst sie zum Schmelzen, Georg.« Ich stupste den Fischer an.
»Sie ist ein harter Brocken, aber ich geb nicht auf. Jeder Eisberg schmilzt einmal«, erwiderte er. In dem Moment kam Tilli zurück. »Was gibt’s denn zu tuscheln?«, fragte sie, da verfinsterte sich Georgs Mimik plötzlich. Er zeigte auf das Radio. »Psssst! Hört zu!« Stirnrunzelnd lauschten wir den Worten des Nachrichtensprechers, die mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagten. »Kein Funkspruch, kein Notsignal von automatisch auslösenden Crashsendern. Experten gehen von keiner Entführung, sondern von einem Absturz der Passagiermaschine über dem Atlantik aus. Die Suchaktionen sind in vollem Gange. Bislang allerdings ohne Erfolg.«

 

 

 

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